Koitus Interruptus

Der Koitus Interruptus ist eine vergleichsweise unsichere Art der Empfängnisverhütung. Der Name der Methode leitet sich von den lateinischen Wörtern “coitus” für “Geschlechtsverkehr” und “interruptus” für “unterbrochen” ab und bezeichnet die Praxis, den Penis vor der Ejakulation aus der Scheide zu ziehen, um so eine Befruchtung der Eizelle zu verhindern.

Koitus Interruptus als zweifelhafte Verhütungsmethode

Durch ihre einfache Ausführung wird die Methode schon seit Jahrhunderten verwendet und fand auch in der Bibel Einzug, weshalb sie von der katholischen Kirche mit Hinweis auf die Geschichte des Onan abgelehnt wird; im Islam hingegen wird die Methode des Koitus Interruptus religiös toleriert.

Der Koitus Interruptus ist keine sichere Verhütungsmethode

Der Koitus Interruptus ist keine sichere Verhütungsmethode

Die wenigen Vorteile des Koitus Interruptus liegen in der einfachen Praktizierung ohne Gebundenheit an verschiedene Verhütungsmittel. Durch das ledigliche Herausziehen vor der Ejakulation des Mannes kann diese Methode bei jedem Sexualpartner angewendet werden, und es entstehen keinerlei Nebenwirkungen, die bei hormonellen Verhütungsmethoden wie der Pille vorkommen können (zum Beispiel Gewichtszunahme oder andere hormonell bedingte Schwankungen im weiblichen Körper). Auch die Abneigungen, die manche Paare gegen Kondome und Femidome verspüren, fallen hier weg.

Allgemein ist der Koitus Interruptus jedoch nicht als sichere Verhütungsmethode anzusehen, vor allem bei nicht vertrauten Sexualpartnern und mangelnder Erfahrung und Einschätzungsvermögen dieser Methode. Da durchaus auch vor der eigentlichen Ejakulation Spermien austreten können, ist eine Befruchtung der Eizelle sogar schon vor dem Orgasmus des Mannes möglich. Die Problematik ist durch diverse Studien belegt, bei denen der Pearl-Index des Koitus Interruptus zwischen 4 und teilweise über 20 liegt. Zum Vergleich: Der Pearl-Index der Pille liegt zwischen 0,2 und 1.

Auch bietet die Methode keinerlei Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Das Infektionsrisiko diverser sexualübertragbarer Krankheiten ist beim Koitus Interruptus als Verhütungsmethode etwa gleich wie bei Geschlechtsverkehr komplett ohne Verhütungsmittel. Der Verkehr mit zum Beispiel HIV- oder Hepatitis-Infizierten führt auch mit dieser Verhütungsmethode sehr wahrscheinlich zur Infektion.

Meistens nicht zur Verhütung geeignet

Auch wenn die Anwendung korrekt erfolgt und die benötigte Kenntnis der eigenen Anatomie bzw. der des Partners vorhanden ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dennoch schwanger zu werden, viel zu hoch, um den Koitus Interruptus als sichere Empfängnisverhütungsmethode zu bezeichnen. Eine Schwangerschaft lässt sich sicherer mit anderen Verhütungsmitteln verhindern, und da die Methode keinerlei Schutz vor Geschlechtskrankheiten bietet, ist besonders beim Verkehr mit Unbekannten auf jeden Fall ein anderes Mittel zu wählen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *